
Bouffier, V.A. (Red.):
Auch die 26. Ausgabe der alle zwei Jahre erscheinenden Beiträge zur Gehölzkunde wartet mit überaus interessanten und hochprofessionellen Artikeln auf, hinter denen eine gewaltige Arbeit steckt. Man kann dem Schriftleiter Volker André Bouffier und den vielen, teils langjährigen verdienten Autoren nur zu dieser Jubiläumsausgabe gratulieren. Der erste Beitrag gilt dabei der mittlerweile 50jährigen Schriftenreihe selber und blickt im Jubiläumsjahr 2025 chronologisch und dokumentarisch versiert auf die bisherige Publikationsreihe seit 1975 mit einigen „Vorläufern“ zurück. Morphologie, Anatomie und Verbreitung der zu Unrecht wenig gepflanzten Goldlärche (Pseudolarix amabilis) stehen im Fokus des zweiten Beitrages (DOERKEN/ NIMSCH). Wie immer eröffnen die beiden Autoren mit ihren Fotos und (elektronen-)mikroskopischen Aufnahmen wunderbare Blicke auf und in die verschiedenen Pflanzenorgane und geben zudem eine Übersicht zu den bemerkenswertesten Goldlärchen im In- und Ausland. Es folgt eine akribische Bestandsaufnahme bemerkenswerter Ginkgobäume in Deutschland mit Stammzuwachsdaten (Alter, Stammumfänge u.a.) aus 30 Jahren, ergänzt mit vielen Abbildungen bevorzugt der ältesten Exemplare. Die Aufnahme zeigt, dass einer der „dicksten“ Ginkgos auf der Insel Mainau steht (EHLERT). Dem Gehölzbestand dieser einmaligen Pflanzeninsel gilt sodann der nächste Beitrag vom Schriftleiter selber, der seine Besuchseindrücke schildert, gut belegt mit Bildern, technischen Daten zum Gewächshaus und v.a. einer Fülle von Messdaten und Informationen zu den verschiedenen, teils sehr seltenen Gehölzen. Die Bäume in den Fotos sind nummeriert und identifiziert. Damit wird die Aufnahme zu einer unverzichtbaren Ergänzung des vermutlich nicht mehr ganz aktuellen Buches ‘Pflanzenschätze der Mainau’ aus dem Jahre 1990 (3. Aufl., RAFF, KELLER,MEYER). Derselbe Autor stellt auch den Baum des Jahres 2025, die Rot-Eiche, vor.
Von besonderem Interesse für uns Schweizer Dendrologen ist sicherlich auch der schöne und reich bebilderte Beitrag zum Arboretum Kruchten von Carmen und Eike Jablonski (in der Reihe „Arboreten unserer Mitglieder“ der GDA), gelegen in der Südeifel an der Luxemburger Grenze, das wir vermutlich im Jahre 2027 besuchen werden. Wir können uns freuen, denn die rund 2.5 ha grosse Anlage, vom Besitzer selber beschrieben, beherbergt inzwischen einen wahren Schatz an Gehölzen aus aller Welt! Weitere kürzere Artikel, teils von Mitgliedern der GDA zu speziellen Einzelbäumen oder Baumarten, runden das schöne Heft ab. Die Gesellschaft Deutsches Arboretum verfügt mit diesem Buch über eine weitere wertvolle Dokumentation der Gehölzbestände in Deutschland und im nahen Ausland. Ich kann die Lektüre dieser Beiträge sehr empfehlen!
Hans-Peter Stutz